Feeds:
Beiträge
Kommentare

IMG_9798

 

Die Stationen liegen auf dem Weg zur Innenstadt nun immer dichter zusammen, sodass es nur wenige Augenblicke dauert, bis wir unseren nächsten Halt erreichen. In grasgrün, passend zum Namen, präsentiert sich die Station mit 60er Jahre Charme, funktionell mit geraden Linien und völlig schnörkellos.

IMG_9800

Von hier aus geht’s in den Stadtteil Nordend-West über die Fichardstraße oder nach Westend-Süd z.B. über den Grüneburgweg. Auf meinem Spaziergang lasse ich das Nordend heute im wahrsten Sinne links liegen und wende mich in Fahrtrichtung rechts dem Westend zu. Wollte man das komplette Westend zu Fuß erkunden, wären einige Kilometer zurückzulegen, da sich der Stadtteil über die Bockenheimer Landstraße bis zum ehemaligen Campus der Goethe-Universität, dem Senckenberg Museum und der Messe Frankfurt erstreckt.

Für mich ist es ein Spaziergang in die Vergangenheit. 1968 und 1969 besuchte ich die Schwester meines Vaters in den Schulferien. Sie und ihr Mann wohnten zunächst in der Unterlindau und zogen dann in den Grüneburgweg gegenüber des Parks. Die Ferienaufenthalte sollten mein Leben und meine berufliche Zukunft bestimmen. Denn nach Abschluss der Schule kam für mich nur Frankfurt in Frage, um meine Ausbildung dort zu beginnen. So bin ich dann 1972 zu meinen bis dahin kinderlosen Verwandten gezogen und habe eine Lehre (so hieß das früher) im DER Reisebüro in der Eschersheimer Landstraße begonnen. In mancher Hinsicht war dies einer der schönsten Lebensabschnitte die ich als Kind und Jugendlicher erleben durfte.

Und es waren für mich und Frankfurt aufregende Jahre. Dazu gleich mehr.

Zunächst einmal von meiner zur Stadtteilgeschichte. Bereits mit dem Bau der „Frankfurter Landwehr“ gehörte das heutige Westend zur Frankfurter Gemarkung. Allerdings bestand das Gebiet zu dieser Zeit aus Wiesen und Feldern mit einigen Gutshöfen, deren Namen wie Kettenhof oder Hynsperghof in den Westend-Straßennamen erhalten geblieben sind. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die Ausfallstraße nach Bockenheim mit großzügigen Palais und Villen bebaut (z.B. dem Rothschild Palais oder der Villa Leonhard). Schnell wurde aus Ackerland und Wiesen ein Stadtteil der Wohlhabenden.

die Villa Bonn, Domizil des Bankiers Wilhelm B. Bonn, erbaut 1897

die Villa Bonn, Domizil des Bankiers Wilhelm B. Bonn, erbaut 1897

Noch heute zeugen viele Gründerzeitvillen und großzügig gebaute Wohnhäuser von dieser Entwicklung. Die Bebauung endete im Wesentlichen allerdings an der Siesmayerstraße (Palmengarten) und nördlich vom Grüneburgweg (Grüneburgpark). Ein Glück für die Frankfurter, denn so haben sie heute die schönsten Grünanlagen der Stadt vor der Haustür.

Auf Frankfurt.de finde ich folgenden Artikel zum Grüneburgpark:

Im 14. Jahrhundert stand hier ein burgartiger Gutshof. 1789 erwarb ihn der Kaufmann und Bankier Peter Heinrich Bethmann-Metzler. „Zur grünen Burg“ hieß das Anwesen nun, gern besucht von der Prominenz jener Zeit wie Goethe, Clemens Brentano oder Bettina von Arnim. Das Landgut kam 1837 in den Besitz der Familie Rothschild. Amschel Mayer von Rothschild ließ 1845 das Grüneburg-Schloss bauen, auch „Feenschlösschen“ genannt, einen englischen Landschaftspark anlegen und mehrfach vergrößern. 1877 gaben ihm die Gebrüder Siesmayer seine viel bewunderte Gestalt. 1935 musste die Familie den Besitz unter dem Druck der Nationalsozialisten der Stadt unter Wert verkaufen. Der Park wurde öffentlich zugänglich, das Schloss als Café eingerichtet. Bomben zerstörten das Schloss 1944, nach dem Krieg wurde es abgerissen. Eine Gedenksäule erinnert an den Besitz der Rothschilds. Das Grundkonzept des Parks ist bis heute erhalten. Der klassizistische Schönhof-Pavillon, in dem im Sommer ein Café öffnet, musste einer Straßenbaumaßnahme in Bockenheim weichen, zog in den Park um. Auf den Fundamenten der ehemaligen Orangerie steht heute eine griechisch-orthodoxe Kirche.

Die Anfangs erwähnten aufregenden Jahre für die Stadt Frankfurt und die Bewohner des Westends begannen mit dem sogenannten „Fünf-Fingerplan“ der Stadtentwickler im Jahre 1967. Dieser sah eine intensive Bebauung (Bürogebäude und Hochhäuser) der durch den Stadtteil führenden Straßenachsen vor, u.a. Reuterweg und Grüneburgweg. Dies öffnete der Grundstückspekulation Tür und Tor. Viele Villen und Wohngebäude wurden abgerissen, Leerstände wurden nicht mehr vermietet und verfielen zunehmend, Mieter wurden vertrieben, indem man keine Reparaturen mehr durchführte oder zu anderen Repressalien griff (ein durchaus in der heutigen Zeit aktuelles Vorgehen, nicht nur in Frankfurt).

Im Jahr 1970 wurde die Aktionsgemeinschaft Westend (AKW) gegründet, die diesen Missständen entgegentrat. Bis zu diesem Zeitpunkt standen einige hundert Häuser bereits leer. Dies war auch der Beginn des Frankfurter Häuserkampfes. Studenten der Frankfurter Goethe-Universität besetzten einige der leerstehenden Häuser und leisteten so erfolgreich Widerstand gegen die Bodenspekulation. Das erste besetzte Haus im Westend war übrigens die Hausnummer 113 in unserer unmittelbaren Nachbarschaft und so konnten wir die Straßenschlachten aus der Nähe miterleben, was bei allem Verständnis für die Ziele nicht sehr angenehm war, da die Auseinandersetzungen häufig mit großer Brutalität geführt wurden.

Der Name Daniel Cohn-Bendit war uns auch zu dieser Zeit schon ein Begriff, allerdings hatten viele Westendbewohner auch ein Problem mit dem radikalen und militanten Vorgehen eines Joschka Fischers und der verschiedenen Studentenbewegungen. Nichts destotrotz wurde das letzte besetzte Haus 1986 an die neuen Hausbesitzer (die deutsche Bank) übergeben und unter Denkmalschutz gestellt – ein Erfolg der Hausbesetzer. Insgesamt wurde von der politischen Führung in den 80er Jahren der Denkmalschutz gestärkt, um Historisches nach Möglichkeit zu erhalten. Im Gegensatz zu den 70er Technograten entwickelte sich auch in der Stadtverwaltung ein Bewusstsein für das wertvolle ursprüngliche Stadtbild. Allerdings muss man auch anmerken, dass von 40.000 Einwohnern heute nur noch etwa 26.500 übrig geblieben sind. Und beim Durchstreifen des Wohngebietes um den Grüneburgpark wird einem schnell klar, dass es hier keine einkommensschwachen Mieter mehr geben kann, die Immobilienpreise gehören zu den höchsten in Frankfurt.

Allerdings sorgte nicht nur der Häuserkampf für erhöhtes Polizeiaufkommen im Viertel. Einige hier ansässige Botschaften waren immer wieder Ziel von Demonstrationen, so z.B. die US Botschaft in der Siesmayerstraße besonders zum Ende des Vietnam Krieges.

ehemalige US - Botschaft

ehemalige US – Botschaft

Aber auch eines der beeindruckensten Gebäude im Westend, die Westend-Synagoge musste durch Sicherheitskräfte geschützt werden. Insbesondere während und nach dem Sechs-Tage Krieg 1967 und dem Jom-Kippur-Krieg im Oktober 1973 waren Absperrungen und Kontrollen an der Tagesordnung.

IMG_9789

Man kann also nicht sagen, dass das Leben hier in den vergangen Jahrzehnten vor sich hinplätscherte. Ganz im Gegenteil, es hat sich viel entwickelt. Nicht alles zum Besten, wie man es sich gewünscht hätte. Heute genießen die Menschen in Ruhe ihr Leben hier im Stadtteil. Zahlreiche Bistros und erstklassige Restaurants laden zum Besuch ein, kleine Geschäfte zum Bummeln und Shoppen. Palmengarten, Grüneburgpark oder Rothschildpark zum Verweilen und Entspannen.

„In Ruhe“, naja, zugegebenermaßen scheint sich der Verkehr in den letzten drei Jahrzehnten mindestens verdreifacht zu haben. Ich kann also guten Gewissens zur U-Bahnstation zurückkehren über den Reuterweg, vorbei an der ehemaligen Zentrale meines Arbeitgebers und der Hochschule für Musik, um meine Fahrt in den Frankfurter Süden per ÖPNV fortzusetzen.

Vom Schlösschen zum Campus

IMG_6957 Kopie

 

 

Nachdem es im Wohngebiet zwischen Hessischen Rundfunk und Adickesallee eine gefühlte Stadtgrenze (Dornbusch) und eine politische Stadtgrenze (Nordend) gibt, ist die Einteilung an der Station Holzhausenstraße eindeutig. Östlich der Eschersheimer liegt Westend-Nord und westlich davon Nordend-West.

Verlässt man die im Orangeton gehaltene U-Bahn-Station in Richtung Westen, landet man an der Kreuzung Eschersheimer und Holzhausenstraße. Wie schon so oft auf der Fahrt in die Innenstadt, kann man an der Frankfurter Hauptverkehrsader nicht ahnen, welch architektonischen Schätze, wunderschöne Grünanlagen und spannende Geschichte sich hinter den in die Jahre gekommenen Wohnhäusern und der langweiligen Geschäftsbebauung verbergen.

Fangen wir doch mit der Geschichte an. Etwa um das Jahr 1275 kam aus Burgholzhausen bei Friedrichsdorf die Adelsfamilie Holzhausen nach Frankfurt. Ursprünglich, und bis zum 15. Jahrhundert, war die Familie im Fernhandel tätig und legte dabei wohl den Grundstock Ihres beträchtlichen Vermögens. Als eine der angesehensten Patrizierfamilien hatten die Familienmitglieder großen politischen und gesellschaftlichen Einfluss in Frankfurt. Über 20 Generationen begleiteten ca. 30 Familienmitglieder wichtige Verwaltungsämter der Stadt, als Schöffen oder Bürgermeister.

Einer der herausragenden Persönlichkeiten war Hamman von Holzhausen (1467-1536). In Wikipedia lesen wir über Ihn:

„Hamman von Holzhausen, (* 14. September 1467 in Frankfurt am Main; † 30. Oktober 1536 ebenda) war ein bedeutender Frankfurter Patrizier und Ratsherr. Er hatte mehrfach das Amt des Älteren Bürgermeisters der Freien Reichsstadt Frankfurt inne und galt als Förderer der Reformation und des Humanismus.
Leben
Hamman von Holzhausen wurde am 14. September 1467 in Frankfurt am Main geboren. Seine Eltern waren Johann zum Goldstein von Holzhausen († 1474) und Katharine Schwarzenberg († 1498).
Er studierte ab 1480 Rechte an der gerade gegründeten Universität Tübingen, danach in Leipzig und Erfurt. Nach einer ausgedehnten Bildungsreise nach Italien kehrte er 1491 in seine Heimatstadt zurück, wo er 1493 Ratsherr und 1499 Schöffe wurde. 1507, 1518, 1523 und 1530 bekleidete er für jeweils ein Jahr das Amt des Älteren Bürgermeisters.
1519 berief er den Humanisten Wilhelm Nesen nach Frankfurt und veranlasste die Gründung einer Lateinschule für die Söhne der Patrizierfamilien, deren erster Rektor Nesen wurde. Aus dieser Schule ging später das städtische Gymnasium hervor.
1522 lud er als Patron des Katharinenklosters den Luther-Schüler Hartmann Ibach aus Marburg nach Frankfurt ein, um die ersten reformatorischen Predigten in der Katharinenkirche zu halten. In den Folgejahren vertrat er die Stadt auf den Reichstagen in Nürnberg und Speyer.
1491 heiratete er die Bürgerstochter Margarete Helle. Sie war eine Tochter des Juristen Georg von Helle, der als kurmainzischer Kanzler und Günstling Kaiser Friedrichs III. der Familie Holzhausen den Zugang zu den führenden Kreisen des Reiches erschloss. Hamman von Holzhausen starb am 30. Oktober 1536 in seiner Heimatstadt und wurde in der Peterskirche begraben.
Bedeutung
Hamman von Holzhausen war einer der größten und angesehensten Staatsmänner der Frankfurter Geschichte. Obwohl selbst ein entschiedener Befürworter der Reformation, konnte Hamman durch sein besonnenes Auftreten maßgeblich dazu beitragen, dass die Reformation in Frankfurt nicht im Konflikt mit dem Kaiser und dem Erzbischof und Kurfürsten von Mainz endete, welcher die Pfarr-Rechte in Frankfurt besaß. Seine diplomatischen Fähigkeiten zeigten sich auch 1525 beim Aufstand der Zünfte gegen den Rat, als er eine vermittelnde Rolle übernahm.“

Mit Adolph Freiherr von Holzhausen starb 1923 der letzte des Frankfurter Familienzweiges. Er hinterließ – da er keine Nachkommen hatte – Frankfurt und seinen Bürgern das Holzhausen-Schlösschen und den dazugehörigen Park. Teile des ursprünglich 80 ha großen Parks wurden veräußert. Bauland war in der expandierenden Stadt knapp  und der Verkauf für Frankfurt natürlich sehr lukrativ. So entstand das Holzhausenviertel. Es gehört heute zu den teuersten und gesuchtesten Wohnlagen in Frankfurt. Die Annastraße, die direkt auf den Holzhausenpark trifft, gilt in Immobilienkreisen als teuerste Straße in der Stadt und liegt im deutschen Vergleich der teuren Straßen mit einem Quadratmeterpreis von bis zu 11.000 € auf einem der vorderen Plätze im Immobilien-Ranking, hinter so klingenden Namen wie Hobokenweg – Kampen auf Sylt, Strandkai – Hamburg oder Seeuferstr. – am Starnberger See.

Zurück an der Haltestelle, verlassen wir das Holzhausenviertel und die ehemalige geistige und politische Frankfurter Elite und wenden uns der aufstrebenden neuen Elite zu. Denn wenige Schritte von der U-Bahn Haltestelle im Westend-Nord liegt der neue Campus Westend der Goethe Universität Frankfurt. An der Frankfurter Uni studieren etwa 45.000 Menschen, davon ist der überwiegende Teil im Campus Westend untergebracht. Man hat also gute Chancen, den Campus nicht zu verfehlen, wenn man dem Strom der Studenten von der Haltestelle aus einfach folgt.

IMG_6873 Kopie

 

Folgende Fachbereiche wurden hier untergebracht:

01 Rechtswissenschaften
02 Wirtschaftswissenschaften / House of Finance
03 Gesellschaftswissenschaften
04 Erziehungswissenschaften
05 Teile der Psychologie und Sportwissenschaften
06 Evangelische Theologie
07 Katholische Theologie
08 Philosophie und Geschichtswissenschaften
09 Teile der Sprach- und Kulturwissenschaften
10 Neuere Philologien

Der Campus wird im Allgemeinen als Deutschlands schönster Campus bezeichnet und beim Gang durch die Grünanlagen zwischen moderner und historischer Bebauung wird dieser Eindruck auch bestätigt. Eine Aufwertung findet das Gelände durch Präsentationen verschiedener Künstler, die hier einen würdigen Rahmen für die von ihnen geschaffenen Skulpturen finden. So beispielsweise die monumentalen Skulpturen des polnischen Künstlers Igor Mitoraj im Jahr 2012 oder das auf dem Campus Platz dauerhaft installierte Werk von Jaume Plenza aus Spanien „Body of Knowledge“.
Sozusagen von Anfang an dabei war die Nymphe „am Wasser“ vom Frankfurter Künstler Fritz Klimsch, die bereits seit 1931 von ihrem Sockel auf das vor ihr liegende Wasserbassin zwischen dem Hauptgebäude und dem heutigen Casino blickt. Sie musste allerdings einmal ihren angestammten Platz verlassen, doch dazu später mehr.

Das beherrschende Gebäude ist das ehemalige IG Farben Haus oder nach seinem Architekten benannt – der Poelzig-Bau.
Das in den 1920er Jahren viertgrößte Unternehmen der Welt benötigte eine Konzernzentrale. Die Ausschreibung gewann Stadtbaurat und Architekt Hans Poelzig. Das Gebäude entstand in den Jahren 1928 – 31. 240 Meter lang, 35 Meter hoch, 5 Stockwerke und unterteilt in 6 Flügel, war es zur damaligen Zeit auch eines der größten Bürogebäude. Im Stil der „Neuen Sachlichkeit“ erbaut, beeindruckt es auch heute noch seine Betrachter.

Das Bürogebäude wurde vom Konzern der IG-Farben allerdings nur 15 Jahre genutzt. Nach Kriegsende besetzten alliierte Truppen das Gelände und es wurde zum Hauptquartier der amerikanischen Truppen unter General Dwight D. Eisenhower. Somit wurde das Gebäude und speziell Eisenhowers Büro Zeuge wichtiger historischer Ereignisse, z.B. die Unterzeichnung der hessischen Verfassung oder die Beauftragung des westdeutschen Ministerpräsidenten das Grundgesetz zu erarbeiten.

Nun kommt aber die Nymphe ins Spiel. Angeblich wollte Frau Eisenhower ihrem Mann, den Anblick der nackten Dame ersparen und lies sie deshalb entfernen. Die Skulptur wurde also verbannt und in den Farbwerken Hoechst aufgestellt, bis die Amerikaner abzogen und sie an ihren angestammten Platz zurückkehren durfte. Es ist wohl nicht zu befürchten, dass sich Studenten der heutigen Generation von einer nackten Nymphe stören lassen.

Fritz Klimschs Nymphe "am Wasser"

Fritz Klimschs Nymphe „am Wasser“

Ein sehr trauriges Kapitel ist die nationalsozialistische Vergangenheit des IG-Farben Konzerns. Um den geschichtlichen Bezug aufrecht zu erhalten, sollte das Gebäude seinen Namen „IG-Farben-Haus“ beibehalten. Zur Erinnerung und Anerkennung des Leides, das NS-Verfolgte durch den IG-Farben-Konzern erfahren haben, wurde eine Dauerausstellung eingerichtet, eine Gedenktafel aufgestellt und ein Platz auf dem Campus nach einem ehemaligen Zwangsarbeiter – Norbert Wollheim – benannt.

 

Wollheim Memorial

Wollheim Memorial

In der FAZ stand zu lesen „Norbert Wollheim war Zwangsarbeiter im IG-Farben-KZ Buna-Monowitz. Im Jahr 1950 hat er als erster Zwangsarbeiter in einem Musterprozess vor Gericht eine Entschädigung erstritten. Wollheim war zudem Mitbegründer des Zentralrats der Juden in Deutschland.
Seit 2008 erinnert vor dem IG-Farben-Gebäude der Universität eine Gedenkstätte, das „Wollheim Memorial“, an ihn. Das von Hans Poelzig entworfene Haus war bis 1945 der Sitz der IG-Farben, das als Chemieunternehmen unter anderem Zyklon B herstellte. Mit diesem sind von den Nationalsozialisten tausende Menschen in den Gaskammern ermordet worden.“
Im Jahr 2001 zog die Goetheuniversität nach einer langen Renovierungsphase ein. Seitdem wurde gebaut und erweitert, um die zunehmende Zahl von Studierwilligen unterzubringen und ihnen ein modernes, funktionales Umfeld zu bieten.

IMG_4803

 

Unsere Fahrt Richtung Innenstadt setzen wir fort bis zur Kreuzung zweier Frankfurter Hauptverkehrsadern, Eschersheimer Landstraße und Alleenring. Die Station heißt Miquel/Adickesallee und führt den Zusatz Polizeipräsidium.

Der Alleenring entstand am Anfang des 20. Jahrhunderts unter Oberbürgermeister Franz Adickes. Sein Verlauf zeichnet die Frankfurter Landwehr nach, die äußere, der eigentlichen Stadtmauer vorgelagerte mittelalterliche Verteidigungslinie der Stadt.

Angestrebt war ein Straßensystem nach Pariser Vorbild, das in Ansätzen schon in der Frankfurter Neustadt verwirklicht wurde. So sollten sowohl der vorhandene Anlagenring als auch der neu zu schaffende Alleenring die Ein- und Ausfallstraßen miteinander verbinden und so ein System aus Ring- und Radialstraßen entstehen lassen. Der Alleenring sollte aber auch die dicht bebauten Stadtteile Westend, Nordend, Ostend und Teile Bornheims untereinander verknüpfen. Dazu kam noch ein Teil der nach 1888 angelegten Bahnstraße, heute: Friedrich-Ebert-Anlage, die den Hauptbahnhof sowie das Bahnhofs- und Gallusviertel mit Bockenheim verband. (aus Wikipedia)

Der Alleenring zieht sich vom Südwesten Frankfurts von der Friedensbrücke bis zum Ostbahnhof und ist seit 2013 – mit Einweihung der neuen Osthafenbrücke – auch hier mit dem linken Mainufer verbunden.

Mit der Namensgebung von Teilabschnitten im Norden wurden zwei bedeutende Frankfurter Oberbürgermeister geehrt – Johannes von Miquel war von 1880 bis 1890 und Franz Adickes von 1890 bis 1912 (!) OB in Frankfurt.

Vielleicht sind die Frankfurter was die Aussprache betrifft generell etwas schludrig oder ignorant, wie dem auch sei, der französische Name des OB wird immer und überall falsch ausgesprochen und das sogar bei den U-Bahn Ansagen. Statt richtig „Miehkell“ sagt der Frankfurter lieber „Mickwell“.

Es sind vielleicht weniger die Bauwerke, die in seiner Amtszeit entstanden, als vielmehr die überragende Leistung als Finanzexperte die den Frankfurtern im Gedächtnis blieben. So wurde in seiner Zeit die Oper eröffnet, der Main wurde kanalisiert und somit schiffbar und 1888 konnte er den Hauptbahnhof eröffnen. Seine bemerkenswerteste Leistung war die Reform des städtischen Rechnungswesens mit strengen Kontrollen, der Neuordnung des Steuersystems und die Umsetzung eines Sparkurses der naturgemäß nicht überall auf Zustimmung stieß. Der Heimatdichter Friedrich Stoltze hatte zum Amtsantritt gedichtet „O Miquel Du kannst lachen! Verstehst Du auch die Kunst aus Dreck uns Gold zu machen?“ Ja, er konnte – und deshalb wurde er 1890 nach Berlin zum Finanzminister berufen. Zahlreiche Reformen und ein für die damalige Zeit revolutionäres Steuersystem haben heute noch Gültigkeit. Einkommenssteuer, Vermögenssteuer und Gewerbesteuer gehen auf Johannes von Miquel zurück.

Miquels Nachfolger im Amt war 1890 Franz Adickes und im Gegensatz zu seinem Vorgänger machte sich Adickes einen Namen als Bodenreformer und Bodenpolitiker. So wuchs Frankfurt unter seiner 21 jährigen Amtszeit rasant durch zahlreiche Eingemeindungen. Weitsichtige Grundstücksumlegungen erlaubten die Anlage neuer Wohngebiete und der Alleenring verband die neuen Stadtteile wie Westend, Nord- und Ostend auch verkehrstechnisch miteinander. Zu der angesprochenen Weitsicht gehörte auch die Einbeziehung sozialer Gesichtspunkte um die Wohnbedingungen für die Arbeiterschaft zu verbessern und er reformierte und reorganisierte das städtische Armenwesen.

Mit dem Gründer der Metallgesellschaft Wilhelm Merton war er an der Gründung der Johann Wolfgang von Goethe Universität beteiligt. Genauer gesagt legten die beiden den Grundstein für die Stiftung der Universität, denn sie ist eine Stiftungsuniversität und wurde aus Stiftungsgeldern finanziert.

Auch der Bau des Frankfurter Osthafen sowie des Flughafens gehen auf die Initiative von Franz Adickes zurück.

Abschließend kann man wohl feststellen, dass die Stadt mit seinen beiden Oberhäuptern in einer Zeit des Umbruchs ungeheures Glück hatte. Der Übergang vom 19. ins 20 Jahrhundert konnte so erfolgreich gelingen. Vielleicht der einzige Wehmutstropfen aus Frankfurt Sicht ist die Tatsache, dass beides keine Frankfurter waren. Miquel stammte aus Neuhaus in Westfalen und Adickes aus Harsefeld bei Stade.

 

Aber an der Miquel-/Adickesllee gibt es natürlich auch einige interessante Gebäude. Verlässt man die U-Bahn Station Richtung Adickes Allee erblickt man an der Ecke Eschersheimer schon auf erste, das Polizeipräsidium genannt „Bullenstall“. Im Gebäude sind außer den verschiedenen Polizeidienststellen auch das Kriminalmuseum Frankfurt untergebracht Es werden verschiedene Exponate zur Arbeit der Frankfurter Polizei und zu aufsehen erregenden historischen Kriminalfällen gezeigt, darunter zum Mordfall Nitribitt und zur Tötung zweier Polizeibeamter bei einer Demonstration an der Startbahn West im November 1987.

 

Polizeipräsidium Frankfurt - der "Bullenstall"

Polizeipräsidium Frankfurt – der „Bullenstall“

 

Übrigens wurde das 2002 eröffnete Gebäude auf dem Gelände des ehemaligen PX gebaut. Das PX war das Ladengeschäft des Army & Air Force Exchange Service für die In Frankfurt und Umgebung stationierten US – Streitkräfte, hier konnten sie alle Waren von Bekleidung bis Lebensmittel erstehen. Da diese Waren steuerfrei waren durften natürlich nur Armeeangehörige dort einkaufen und ich erinnere mich noch gut, dass meine in Frankfurt lebende Tante immer ganz glücklich war, wenn Sie mit befreundeten amerikanischen Familien dort einkaufen durfte.

Auf ein weiteres spektakuläres Gebäude trifft man in östlicher Richtung an der Kreuzung zur Eckenheimer Landstr. Hier befindet sich die Deutsche Nationalbibliothek.

Die Deutsche Nationalbibliothek ist die zentrale Archivbibliothek und das nationalbibliografische Zentrum der Bundesrepublik Deutschland. Sie hat die für Deutschland einzigartige Aufgabe, lückenlos alle deutschen und deutschsprachigen Publikationen ab 1913 zu sammeln, dauerhaft zu archivieren, umfassend zu dokumentieren und bibliografisch zu verzeichnen. Alle Werke stehen der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Sie entstand 1990 mit der Wiedervereinigung Deutschlands aus den Vorgängereinrichtungen Deutsche Bücherei Leipzig (gegründet 1912) und Deutsche Bibliothek Frankfurt am Main (gegründet 1947), zu der seit 1970 das Deutsche Musikarchiv Berlin gehört.

Jeder gewerbliche oder nicht gewerbliche Verleger in der Bundesrepublik Deutschland ist verpflichtet, von seinen Veröffentlichungen zwei Pflichtexemplare kostenlos an die Deutsche Nationalbibliothek abzuliefern. Die Sammlung umfasst ab 1913:

  • in Deutschland verlegte Veröffentlichungen
  • im Ausland verlegte deutschsprachige Veröffentlichungen
  • im Ausland verlegte Übersetzungen deutschsprachiger Werke in andere Sprachen
  • im Ausland verlegte fremdsprachige Veröffentlichungen über Deutschland, so genannte Germanica
  • die zwischen 1933 und 1945 von deutschsprachigen Emigranten verfassten oder veröffentlichten Druckwerke

(aus Frankfurt.de)

 

Der Frankfurter Standort der Deutschen Nationalbibliothek ist für die Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnik zuständig; dazu gehören auch Aufbau und Führung der zentralen Datenbank. Sie übernimmt Produktion, Marketing und Vertrieb der nationalbibliografischen Dienstleistungen. Außerdem ist in Frankfurt das Deutsche Exilarchiv 1933-1945 angesiedelt.

Der Gesamtbestand der Deutschen Nationalbibliothek belief sich Anfang 2014 auf rund 28,7 Millionen Medien-Einheiten.

 

Geht oder fährt man in westliche Richtung die Miquel Allee entlang, trifft man kurz vor erreichen des Autobahnzubringers auf der rechten Seite auf die Miquelanlage. Ein schöner und geschickt angelegter kleiner Park. Eine Oase der Ruhe direkt vor dem Gebäude der Bundesbank gelegen und mitten im Frankfurter Verkehr.

 

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite fällt der ehemalige Wasserturm der Villa Grüneburg ins Blickfeld. Das schöne Anwesen – heute Park – gehörte einst der Familie Rothschild. Der Turm ist in Privatbesitz und wird „Rapunzelturm genannt.

Zurück in der U-Bahn Station zur Weiterfahrt fällt noch eine Besonderheit auf. Die Stadtväter hatten ursprünglich an dieser Stelle eine Trasse des geplanten Alleentunnels vorgesehen. Mit dem Bau der U-Bahn Ende der 60er Jahre wurden die Pläne aber ad acta gelegt. Allerdings war bereits ein Autotunnel gebaut und so wurde dieses bereits asphaltierte Teilstück in einen Fußgängertunnel umgewandelt –man muss eben flexibel sein.

IMG_5646

IMG_4847 Kopie

Dornbusch ist von Norden kommend die letzte oberirdische U-Bahn Station auf unserer Strecke. Sie trägt einen Doppelnamen als Hinweis auf eine wichtige Frankfurter und Hessische Institution nur wenige Schritte von der Haltestelle entfernt. Und obwohl der größere Teil des Geländes des Hessischen Rundfunks im Stadtteil Nordend-West liegt, bestehen die Bewohner der umliegenden Straßen darauf, im Dornbusch zu wohnen.

Aber beginnen wir doch unseren Rundgang nördlich der Haltestelle und kehren zunächst zurück an die Maybachstraße. Hier liegt das erste Bürgergemeinschaftshaus Hessens – der Saalbau Dornbusch. Da im Umfeld der schnell wachsenden Vorstädte in Frankfurt die sozialen Einrichtungen fehlten, ging man mit den Saalbauten einen neuen und viel beachteten Weg. Nach dem Vorbild der Dorfgemeinschaftshäuser entstanden ab 1960 in vielen Stadtteilen Frankfurts die Saalbauten. Das Haus Dornbusch ist heute wie damals Veranstaltungsort, Vereinshaus und Treffpunkt der Menschen, die hier wohnen. Es beherbergt außer den Veranstaltungsräumen die Stadtteilbibliothek, Restaurants, ein Cafe und einige Geschäfte.

 

In unmittelbarer Nachbarschaft in der Carl-Goerdeler-Straße findet an jedem Dienstag ein Wochenmarkt statt. Wäre da nicht die Verkehrsader Eschersheimer Landstraße, käme einem fast das Wort Kleinstadtidyll in den Sinn.

Vorbei an den herrlichen Häusern aus der Gründerzeit, in denen einst die Führungsriege der nahe gelegenen IG Farben wohnten, am Haus der Chöre, über die Bertramswiese stoßen wir auf den Bertramshof. Hier lohnt sich wieder einmal der Blick in die Geschichte. Um 1420 wurde vor den Toren der Stadt der Kühhornshof als Wehrhof gebaut. Umgeben von Dornbüschen gehörte er zum Verteidigungssystem der Stadt. – Nun wäre auch geklärt wie es zum Namen des Stadtteils kam – Zumindest im Norden Frankfurts waren die Dornbüsche ein wichtiger Teil der Verteidigungsanlage. Durchbrochen von Übergängen, um beispielsweise nach Eschersheim zu gelangen, schützten sie die Stadt. Im 18. Jahrhundert wurde der Kühhornshof von der Frankfurter Familie Rothschild gekauft. Die neuen Besitzer ließen den Hof mit seinen Stallungen, Wohnhäusern und dem Wehrturm aber ungenutzt, sodass dieser mit den Jahren verfiel. In den Jahren 1868 – 72 wurden die Reste endgültig abgetragen. Was blieb war der Wehrturm, der heute auf dem Gelände des Hessischen Rundfunks zu sehen ist.

Freifrau Luise von Rothschild ließ 1888 den Bertramshof in unmittelbarer Nachbarschaft des Kühhornshof bauen. Es war zu dieser Zeit eine Meierei (Molkerei), deren guter Ruf weit über die Grenzen Frankfurts hinausreichte und die gesamte Region mit Milchprodukten versorgte. Hofgebäude, Wohnungen und der Wasserturm wurden im Laufe der Jahre immer wieder erweitert und modernisiert. Das Gelände mit den typischen Ziegelbauten wird heute vom Hessischen Rundfunk genutzt.

 

Ein weiteres Gebäude mit Geschichte, das heute vom Hessischen Rundfunk genutzt wird, ist der Rundbau mit dem Sendesaal und der so genannten „Goldhalle“ als Entrée.

Als nach dem Krieg eine vorläufige Bundeshauptstadt gesucht wurde, gab es zahlreiche Bewerberstädte u.a. Celle, Kassel, Oldenburg, Bamberg. Übrig blieben zur Abstimmung dann aber nur noch Bonn und Frankfurt.

Frankfurt begründete seinen Anspruch mit der guten bereits wieder vorhandenen Infrastruktur, als Verkehrsknotenpunkt in der Mitte Deutschlands und als Wiege der deutschen Demokratie – als Heimat der Paulskirchen-Verfassung von 1848. Außerdem war in Frankfurt seit dem 27. Mai 1947 der Wirtschaftsrat der Bizone angesiedelt. Dies war die Wirtschaftsverwaltung der britischen und amerikanischen Besatzungszonen. Die Bizone gilt als Grundlage für die Gründung der Bundesrepublik Deutschland und war somit ein wichtiger Faktor für die staatliche und wirtschaftliche Entwicklung unseres Landes.

Bonn hingegen warb damit, fern von den einflussreichen Besatzern zu sein, um freie Entscheidungen treffen zu können. Außerdem sollten die Beziehungen zu den westlichen Nachbarn Frankreich und BENELUX schnell wieder normalisiert werden und Bonn schien hierfür besser geeignet. Da der künftige Regierungssitz nur von kurzer Dauer bis zur Wiedervereinigung bleiben sollte, war der provinzielle Charakter der Stadt Bonn eher nützlich und unterstrich in den Augen der Bonn Befürworter die kurzfristige Übergangslösung.

Ein sehr einflussreicher Befürworter und Bonn – Fan war Adenauer. Wohl auch deshalb, weil er nur wenige Kilometer entfernt in Rhöndorf wohnte.

Im Parlamentarischen Rat wurde bei einer Probeabstimmung am 10. Mai 1949 Frankfurt zur vorläufigen Bundeshauptstadt gewählt. Walter Kolb der Frankfurter OB hatte bereits eine Dankesrede vom Hessischen Rundfunk aufnehmen lassen und die Bauarbeiten für die Verwaltungsgebäude der zukünftigen Regierung hatten etwas voreilig auch schon begonnen. Unter anderem eben der Rundbau als Plenarsaal für die Abgeordneten.

Der geschockte Adenauer und die in der Abstimmung unterlegene CDU scheuten vor einer Intrige gegen Frankfurt nicht zurück und so gewann Bonn die erforderliche Mehrheit in einer Abstimmung des Bundesrates am 03. November 1949.

 

Nun aber endlich zum zweiten Namensgeber der Haltestelle. 1923 wurde der Südwestdeutsche Rundfunkdienst gegründet und startete seinen Sendebetrieb aus Frankfurt im darauf folgenden Frühjahr. In den Jahren bis 1933 wächst die Rundfunkanstalt, baut das Programm mit ersten Live-Sportsendungen, musikalischen Uraufführungen und der Gründung des Rundfunk-Symphonie-Orchesters kontinuierlich aus.

1932 wird der Sender verstaatlicht und wird nun zum Propagandainstrument der Nazis. Mit Hilfe der Amerikaner gibt es 1945 einen Neubeginn unter dem Namen Radio Frankfurt. Die amerikanische Kontrollinstanz beruft Eberhard Beckmann zum ersten Intendanten nach dem Krieg. 1949 erhält Beckmann vom Militärgouverneur General Clay die amerikanische Lizenzurkunde ausgehändigt. Nun ist der Sender wieder in deutschen Händen.

An die ersten Radiosendungen dieser Zeit werden sich wenige der Leser erinnern, aber an Namen schon: Familie Hesselbach zunächst bis 1956 als Radiosendung oder der „Frankfurter Wecker“ moderiert von Hans-Joachim Kuhlenkampf, Peter Frankenfeld oder Otto Hoepfner und Heinz Schenk.

Die ersten Sendungen im HR-Fernsehen gibt es ab 1953. Der „Blaue Bock“ startet im Jahre 1957 (und wird 30 Jahre! ausgestrahlt), ab 1958 gibt es Werbefernsehen mit der Kultfigur „Onkel Otto“.

 

Eine Sendung die ich in meiner Kinder und Jugendzeit nie verpasst habe, war „Ein Platz für (wilde) Tiere“ mit dem Direktor des Frankfurter Zoos Bernhard Grzimek. Und wäre ich nicht im Reisebüro gelandet, dann bestimmt unter „wilden“ Tieren.

 

So hat uns der Hessische Rundfunk bis heute auf vielfältige Weise begleitet und ist zu einer Institution geworden, die eng mit Frankfurt und uns Hessen verbunden ist.

 

 

Dornbusch

IMG_4843k

Wir fahren weiter in Richtung Süden und verlassen mit dem Überqueren der Hügelstraße Eschersheim und sind nun im Stadtteil Dornbusch angelangt. Erste Station ist die Fritz-Tarnow-Straße.

Kunst im Sinai Park

Kunst im Sinai Park

Wenige Schritte von der Haltestelle entfernt erstreckt sich der Sinaipark. Dort, wo man heute joggt, chilled oder einfach Sonne und Ruhe genießt, hatte eine der größten deutschen Gärtnereien ihr Domizil. 1890 gründete Friedrich Sinai seinen Betrieb. Er züchtete den Frankfurter Flieder, der weltweite Bekanntschaft erlangte. Aber auch Rosen, Chrysanthemen und Nelken gehörten zum Angebot der Gärtnerei. Während des Krieges wurde die Produktion auf Gemüse umgestellt, aber bereits 1949 florierte das Geschäft mit Blumen wieder und 1953 war die Gärtnerei Sinai die zweitgrößte in Deutschland. Um zwei Zahlen zu nennen: Es wurden in diesem Jahr unglaubliche 150.000 Fliederpflanzen und eine halbe Million Nelken verkauft. Die Konkurrenz der günstigen holländischen und afrikanischen Produkte zwang das Unternehmen 1978 zur Aufgabe und das Gelände wurde in einen Park umgestaltet. Der südöstliche Teil der Anlage – die Sinai Wildnis – ist naturbelassen, von kleinen Pfaden durchzogen und steht unter Naturschutz, ein Paradies für alle großen und kleinen Hunde in der Umgebung.

 

Hat man den Sinaipark durchquert, die Sinai Wildnis durchstreift, stößt man in südliche Richtung gehend auf eine weitere Sehenswürdigkeit im Stadtteil, die Dornbuschkirche.

 

Nachdem die in den 60er Jahren gebaute Kirche für die schwindende Zahl der Gläubigen zu groß geworden war, beschloss der Gemeindevorstand den Umbau bzw. die Verkleinerung des Kirchengebäudes und stimmte dem mutigen Entwurf des Architektenbüros Schlüter, Meixner und Wendt zu. Es entstand ein architektonisch herausragender Gebäudekomplex, der 2005 mit einem Festgottesdienst eingeweiht wurde. Ein besonderes Schmuckstück ist das von Hans Adam entworfene 125 Quadratmeter große Buntglasfenster, das den gekreuzigten Christus darstellt. Die Gestaltung der Kirche wurde in den Folgejahren mehrfach mit Architekturpreisen ausgezeichnet.

Wenige Schritte von der Kirche entfernt verläuft der Marbachweg. Er teilt den Stadtteil in eine Süd- und Nordhälfte und verläuft in Richtung Eschersheimer Landstraße. Diese unterquere ich nun auf dem Weg ins Dichterviertel. Warum ich sie unterquere und nicht überquere? Zunächst einmal ist die viel befahrene Eschersheimer nur im Sprint zu überwinden und außerdem ist die U-Bahn Unterführung Dornbusch etwas Besonderes.

In den 80er Jahren beschloss die Stadt Frankfurt, verschiedene Unterführungen künstlerisch gestalten zu lassen. Mit der Gestaltung Dornbuschunterführung wurde der polnische Künstler Peter Pininski beauftragt. Sein Kunstwerk, das sich über die Decken, Wände und den Boden bis zu den Handläufen zieht, nennt er Menschenfamilie. Es symbolisiert die Darstellung des weiblichen und des männlichen. So wird der weibliche Part mit rosa Kacheln, auf dem Boden und den Wänden skizzierte Frauenkörper und runden Handläufen dargestellt, während das männliche Prinzip mit hellblauen Kacheln an Wänden und Decke sowie mit eckigen Handläufen gestaltet wurde. Der Künstler schuf ein Gesamtkunstwerk, das die komplette U-Bahnunterführung mit allen Ausgängen und Passagen umfasst – absolut sehenswert.

Zwischen der Straße am Dornbusch und der Hügelstraße liegt eines der schönsten innerstädtischen Wohngebiete in Frankfurt. Rosegger, Ganghofer, Grillparzer und andere Dichter geben dem Viertel seinen Namen. Aber auch die Dichterin Miele Braach oder Marcel Reich-Ranicki wohnten bis zu ihrem Tod in den Villen aus der Gründerzeit. Es ist tatsächlich wie ein Ort aus der Vergangenheit, teilweise Kopfsteinpflaster, alter Baumbestand und viel Ruhe, obwohl in unmittelbarer Nähe der Verkehr der Eschersheimer Landstraße vorbeibrandet. Leider fallen immer mehr Villen Immobiliensanierern in die Hände, die weniger an Schönheit und Bewahrung der Architektur, als vielmehr an ihrem Profit interessiert sind.

Eine weitere sehr bekannte Persönlichkeit hat für kurze Zeit in diesem Viertel gelebt – Anne Frank.

Ich muss gestehen, dass mir der Name zwar bekannt war, allerdings hatte ich mich weder in der Schule noch später mit ihrem Schicksal beschäftigt. Bei meinem Rundgang durch Dornbusch kam ich aber immer wieder an Gedenktafeln vorbei, und so ergriff ich die Gelegenheit meine Wissenslücken zu schließen.

Indiesem Hause lebte Anna Frank Geb. 12.6.1929 in Frankfurt am Main. Sie starb als Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung 1945 im KZ_Lager Bergen Belsen. Ihr Leben und Sterben unsere Verpflichtung. Die Frankfurter Jugend

In diesem Hause lebte Anna Frank Geb. 12.6.1929 in Frankfurt am Main. Sie starb als Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung 1945 im KZ-Lager Bergen-Belsen. Ihr Leben und Sterben unsere Verpflichtung.
Die Frankfurter Jugend

 

Anne Frank wurde 1929 in Frankfurt geboren. Sie wohnte mit ihren Eltern und der Schwester Margot zunächst im Marbachweg 307. Zwei Jahre später zog die Familie dann ins Dichterviertel, in die Ganghoferstr. 24. Als die NSDAP im März 33 bei der Kommunalwahl in Frankfurt die Mehrheit erlangte, änderte sich die Situation für die jüdischen Bewohner schlagartig. Annes Vater Otto ahnte die Probleme die auf die Familie zukommen würden und emigrierte deshalb nach Amsterdam, wo er eine Zweigniederlassung der Firma Opekta übernahm. 1934 folgten ihm seine Frau Edith und die Kinder. Anne besuchte dort den Montessori Kindergarten, die Grundschule und das jüdische Lyzeum bis zum Einfall der Deutschen in Holland und dem Beginn der Deportationen.

 IMG_3194 IMG_3203

Die Familie Frank wurde im Juli 1942 zusammen mit 4 weiteren Juden in einem Hinterhaus in Amsterdam von den Angestellten der Opekta versteckt und versorgt. In dieser Zeit begann Anne ihre berühmten Tagebücher zu schreiben.

 

Ich hätte nie gedacht, dass mich das Buch einer 13jährigen so berühren würde. Anne wurde immer als aufgewecktes, impulsives und vielseitig interessiertes Kind beschrieben. Das Tagebuch spiegelt diese Eigenschaften wieder. Es ist unglaublich mit welcher Beobachtungsgabe dieses Kind seine Umgebung wahrgenommen hat, die Charaktere der Mitbewohner und Familienmitglieder und auch die eigene Entwicklung beschreibt. Am 01. August 1944 wurde das Versteck verraten, die Familie wird getrennt und deportiert. Anne und Margot kommen zunächst in ein Arbeitslager, dann ins Vernichtungslager Auschwitz und später ins KZ Bergen-Belsen. Anne Frank stirbt im März 1945 an Typhus kurz vor der Befreiung durch die Alliierten. Die Welt hat eine großartige Schriftstellerin verloren. Als einziger überlebt ihr Vater die Nazi Zeit und veröffentlicht die von den Opekta Mitarbeitern gefundenen Tagebücher seiner Tochter.

Über die Klimt Anlage die dem Sinai Park gegenüber liegt, gelangt man zurück an den Ausgangspunkt – der Haltestelle Fritz-Tarnow-Str.

Bleibt noch zu klären – wer war Fritz Tarnow? Als Sohn eines Tischlers lernte er ebenfalls das Tischlerhandwerk, ging in Deutschland auf Wanderschaft und arbeitete bis 1906 in seinem Beruf. Danach engagierte er sich in verschiedenen Holzarbeiterverbänden und absolvierte die Parteischule der SPD in Berlin. Er nahm am ersten Weltkrieg teil, wurde schwer verletzt und setzte nach dem Krieg seine Kariere in Partei und Gewerkschaft fort. Nach der Machtergreifung Hitlers 1933 wurden die Gewerkschaften zerschlagen und Tarnow wurde verhaftet. Ganz im Stile des Hauptmanns von Köpenick gelang ihm mit Hilfe eines guten Freundes die Freilassung aus der Gestapo Haft. Er floh nach Skandinavien, wo er sich aus dem Exil für den Wiederaufbau der Gewerkschaften einsetzte. Nach dem Krieg kehrte er zurück nach Deutschland und übernahm wieder Funktionen in der Gewerkschaft und der SPD. Nach seiner Pensionierung wurde er Dozent an der Akademie der Arbeit in Frankfurt.

Eschersheim – die Dritte

IMG_4899k

An der Stadion Hügelstraße haben wir die südliche Grenz von Eschersheim erreicht. Zum Stadtteil an sich habe ich schon einiges geschrieben, schauen wir uns also rings um die Haltestelle um und werfen einen Blick auf die Geschichte und Entwicklung der Verkehrsader Eschersheimer Landstraße.

IMG_0936 Kopie

Die Bebauung entlang der Eschersheimer Landstraße spiegelt die Entwicklung der Stadt Frankfurt und des Stadtteils Eschersheim wieder. Die Baustile bieten ein buntes Durch- und Nebeneinander, vom modernen Bürogebäude über den sozialen Wohnungsbau, Alltagsbauten bis hin zur Jugendstilvilla ist fast alles vorhanden.

Besonders auffällig bei meinen ersten Touren fand ich allerdings die so genannten Zwerchhäuser gegenüber der Haltestelle. Da die Gebäude sich auch von ihrer Umgebung durch ihre Farbgebung und Top Zustand unterscheiden, fallen sie besonders ins Auge.

Wikipedia sagt zu den Zwerchhäusern:

Das Zwerchhaus ist ein ein- oder mehrgeschossiger Aufbau eines geneigten Daches. Es hat einen Giebel und ein eigenes Dach.

Der Zwerchgiebel steht in der Flucht der Gebäudeaußenwand. Dadurch unterscheidet sich das Zwerchhaus von der Gaube, die unabhängig von den Außenwänden auf dem Dach positioniert ist. Das Dach des Zwerchhauses ist häufig als Satteldach ausgebildet. Dessen First verläuft quer (zwerch)zum Dachfirst des Hauptdachs. Entsprechend stehen die Traufen von Zwerchdach und Hauptdach rechtwinklig zueinander.Eine Lukarne unterscheidet sich vom Zwerchhaus durch das Fehlen größerer Mauerflächen um das in der Regel einzige Fenster. Es handelt sich oft um ein kleineres Bauelement, das typisch für die französische Baukunst des 14.-16. Jahrhunderts ist. Jedoch werden beide Begriffe häufig synonym verwendet. Das Zwerchhaus wird von einem Zwerchdach bedeckt, das als Zelt-, Pult-, Sattel- oder Walmdach ausgebildet sein kann.

Zwerchhäuser wurden bereits in den Städten des späten Mittelalters gebaut (ab 14. Jahrhundert),sobald innerhalb der Stadtmauer mehr Speicher-, seltener Wohnfläche benötigt wurde. Bei hohen Dachstühlen ermöglichten tragende Binder das Einfügen der Quergiebel und damit eine bessere Belichtung des Dachraums. Zwerchhäuser entwickelten sich zu einem charakteristisches Architekturelement der deutschen Renaissance. Sie wurden auf Dächern von repräsentativen Gebäuden errichtet und gliederten große Dachflächen. In dieser Zeit wurden sie häufig mit Säulenstellungen, Lisenen, Gesimsen, Voluten und Fenstern unterschiedlicher Formen verziert. Seit dem 17. Jahrhundert wurden immer mehr Dachböden durch Zwerchhäuser genutzt.

IMG_0930 IMG_1247a

An dieser Stelle muss ich eine kleine Anekdote los werden – unter dem Motto verpasste Chance.

Als ich auf Motivsuche an der Eschersheimer Landstraße war, fielen mir natürlich gleich die drei schönen Zwerchhäuser auf und ich wollte Sie für meinen Blog ablichten. Problem waren nur die vielen elektrischen Leitungen der U-Bahn, die Straßenschilder und -lampen und insbesondere die vor den Häusern abgestellten Fahrzeuge. Ich sagte mir, Du musst Dich in Geduld üben, irgendwann gelingt ein Foto ohne Autos. Dann war es eines Tages soweit, kein Auto weit und breit – und keine Kamera -, da ich die an diesem Tag zuhause gelassen hatte. Seit diesem Tag, ungefähr vor einem Jahr, habe ich die Häuserzeile nie wieder „autofrei“ gesehen. Ich habe also ein Kompromiss-Foto gemacht, mit einem Auto und dank Photoshop fast ohne Leitungen.

Da hier an der Haltestelle Hügelstraße etwa die Hälfte des Weges in die Innenstadt geschafft ist, wäre es nun an der Zeit einen Blick auf die Entwicklung der „Eschersheimer“ zu werfen.

Bereits zu Zeiten der Römer verlief der Verbindungsweg nach NIDA, zumindest in Teilen auf der heutigen Strecke. Im Mittelalter verband ein Weg die Stadt vom Eschenheimer Turm ausgehend mit dem Dorf Eschersheim und über Heddernheim hinaus mit der Hohemark einem Waldstück im Taunus, das im Besitz der Frankfurter war und ist. Die „Eschersheimer“ war also schon damals nicht nur eine wichtige Verkehrsader in die nördlichen Vororte und den Taunus, sondern auch eminent wichtig für die Entwicklung der freien Reichsstadt Frankfurt. Die Stadt wuchs entlang der Straße nach Norden, bis im Jahre 1910 Eschersheim und Heddernheim eingemeindet wurden.

IMG_0570a

Das ehemalige Depot der FLAG

Heute ist die Eschersheimer neben der Friedberger Landstraße eine der wichtigsten Frankfurter Verkehrsachsen in Richtung Norden. In dieser Funktion ist sie allerdings nicht nur von Bedeutung für den Autoverkehr, sondern auch für den öffentlichen Nahverkehr. Einer der das früh erkannte war der Ingenieur Dr. Julius Kollmann. Er gründete 1887 die „Frankfurter Localbahn Actien Gesellschaft“ FLAG. Bereits am 12. Mai 1888 wurde die erste Pferdebahn von Eschersheim nach Frankfurt auf die hügelige und kurvenreiche Piste geschickt. Da die 4,7 km lange Strecke auf Dauer für die Pferde zu strapaziös war, wurden bereits im Herbst des gleichen Jahres die ersten Dampfloks eingesetzt. Der Fuhrpark, der zunächst aus 2 Loks und 3 Wagons bestand, hatte seine Heimat im Eschersheimer Depot, das man heute noch in der Nähe des Weißen Steins findet. Leider verfällt es zunehmend, da es nicht mehr genutzt wird. Am 01 Juni 1908 übernahm die Stadt Frankfurt die Flag. Die Strecke wurde elektrifiziert, ausgebaut und die Dampfloks wurden durch die Straßenbahnlinie 23 ersetzt. 60 Jahre später eröffnete die U-Bahn-Linie auf der so genannten A-Strecke und auf dieser setzen wir nun unsere Fahrt fort in Richtung Süden.

IMG_1239_!

IMG_0940

IMG_4837k

Namensgeberin der U-Bahn Station und der gleichnamigen Straße „Am Lindenbaum“ die hier auf die Eschersheimer Landstrasse einmündet, ist die Kleine Linde. Klein deshalb weil es am Weißen Stein auch die Große Linde gab, die als unsere Kleine Linde gepflanzt wurde schon etwa 50 Jahre alt war. Ende des 17. Jahrhunderts wurde die Kleine Linde an der östlichen Seite der noch unbebauten Chaussée gepflanzt. Die große Linde stürzte bei einem schweren Sturm 1923 um und ist Geschichte. Die Kleine Linde ist in der Zwischenzeit natürlich erwachsen geworden und hat mit etwa 20 Metern Höhe und einem Stammumfang von ca. 5 Metern stattliche Ausmaße erreicht. 1937 wurde sie zum Naturdenkmal und sie ist das Wahrzeichen des Stadtteils.

IMG_0300_2 IMG_4981

Der Baum musste im Laufe der Jahrhunderte eine dramatische Veränderung seiner Umgebung hinnehmen. Stand er zunächst praktisch im freien Feld, wurde nach und nach die Eschersheimer Landstrasse für den zunehmenden Verkehr ausgebaut und die Wohnbesiedlung von Eschersheim vorangetrieben. Das ging nicht spurlos an der Linde vorbei und so mussten bereits 1955 und 1974 baumchirurgische Eingriffe das schlimmste verhindern. 1968 erhielt die Linde eine Drainage und 1984 eine künstliche Bewässerung und Belüftung.

Die U-Bahn wurde in einem leichten Bogen um die Linde gebaut.

Die Eschersheimer Linde ist zwar der imposanteste Baum weit und breit, aber der Baumbestand in den umliegenden Straßen und Plätzen ist dicht und somit ein wichtiger Bestandteil der grünen Lunge Frankfurts.

IMG_4980

Der Spaziergang um den Lindenbaum durch die verschiedenen Quartiere der Eschersheimer Landstraße und deren westliche und östliche Seitenstrassen offenbart nicht nur die unterschiedlichen Baustile vergangener Epochen und die neuzeitliche Besiedlung sondern auch die sozialen Unterschiede für die die Eschersheimer Hauptverkehrsader wie eine Trennungslinie fungiert. Die östlich der Eschersheimer Landstrasse gelegenen Wohngebiete sind überwiegend geprägt durch die Bebauung mit gesichtslosen Wohnblocks und Siedlungen. Im westlichen Teil hatte die Frankfurter High Society schon sehr früh die Vorzüge der ruhig aber stadtnah gelegenen Wohngebiete erkannt und hier ihre Villen gebaut.

IMG_0592 IMG_0590 Kopie IMG_0310 IMG_0309_1